Altersvorsorgeberatung: Kunden nicht immer im Fokus

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Obwohl das Thema Altersarmut an Bedeutung zunimmt, sorgen noch zu wenige privat oder betrieblich fürs Alter vor. Lediglich 43 Prozent der Deutschen halten ihre Bemühungen für die eigene Altersvorsorge für ausreichend. Der Rest wird nachlegen müssen, um im Ruhestand den gewohnten Lebensstandard beibehalten zu können. Doch bei welchen Anbietern sind Kunden gut beraten? Im Auftrag von Handelsblatt analysierte S.W.I. FINANCE daher die Altersvorsorgeberatung bei Banken und Versicherern. Commerzbank und Debeka setzten sich in den entsprechenden Unternehmensgruppen an die Spitze.

Hamburg, 06.11.2015

Wer seinen Ruhestand genießen will, muss sich frühzeitig um eine private oder betriebliche Altersvorsorge kümmern. Die staatliche Rente reicht in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter beizubehalten. Betroffen sind insbesondere junge Arbeitnehmer, da sie die seit 2001 beschlossenen Rentenreformen am stärksten zu spüren bekommen. Aber auch Beschäftigte im fortgeschrittenen Alter, die im Ruhestand beispielsweise ihrer Reiseleidenschaft nachkommen möchten, sollten sich mit dem Thema Altersvorsorge auseinandersetzen. Das richtige Produkt muss dabei optimal auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Anlaufstelle ist daher für viele die Bank oder der Versicherer ihres Vertrauens.

Vor diesem Hintergrund analysierte S.W.I. FINANCE im Auftrag von Handelsblatt die Altersvorsorgeberatung bei Banken und Versichern. Berücksichtigt wurden die größten sechs bundesweit aktiven Filialbanken sowie die größte Volks- und Raiffeisenbanken (Berliner Volksbank) und die größte Sparkasse (Hamburger Sparkasse). Auf der Seite der Versicherungsunternehmen wurden die zehn größten Lebensversicherer genauer unter die Lupe genommen. Die Erhebung erfolgte von Juli bis Oktober 2015 mit jeweils sechs verdeckten Testbesuchen.

Das Gesamtergebnis fiel bei Banken wie Versicherern insgesamt gut aus. Die Stärke der Unternehmen war jedoch vor allem in der Serviceorientierung zu finden. Bei beiden Unternehmensgruppen war die Bedarfsanalyse am schwächsten ausgeprägt, obwohl sie die Basis für eine individuelle Beratung und einen optimal auf die Kundenbedürfnisse abgestimmten Lösungsvorschlag bildet. Insbesondere bei der Erfassung der finanziellen Situation der Kunden zeigte sich Verbesserungspotenzial: Miete und Haushaltsausgaben, auf deren Grundlage die persönliche Versorgungslücke berechnet werden kann, erfragten bei den Banken gut zwei Drittel der Berater – bei den Versicherern wurden die Informationen in über der Hälfte aller Gespräche nicht eingeholt.

Ebenfalls verbesserungswürdig: Eine vertrauliche Gesprächsatmosphäre, bei der keine anderen Kunden oder unbeteiligte Mitarbeiter in die Gespräche hineinhören konnten, gewährleisteten zwölf der 18 getesteten Altersvorsorge-Anbieter nicht in allen Beratungen. Ein diskretes Umfeld konnte in 20 Prozent aller Gespräche nicht gewährleistet werden.
Positiv fiel hingegen auf, dass die Mitarbeiter der getesteten Unternehmen ihre Kunden insgesamt sicher und souverän zu ihren Anliegen berieten und einen vertrauenswürdigen Eindruck hinterließen. Zudem gelang es ihnen, auch komplexe Sachverhalte kundenorientiert zu erläutern.

Bei den Bankinstituten setzte sich Commerzbank an die Spitze der getesteten Unternehmen, gefolgt von HypoVereinsbank und Deutsche Bank. Debeka überzeugte in der Gruppe der Versicherer am meisten. Auf den Rängen zwei und drei platzierten sich R+V und AachenMünchener.

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