Arbeitgeber im Rechtsmarkt 2025: Trends, Herausforderungen, Chancen

Diesen Beitrag teilen

Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, Künstliche Intelligenz: Der deutsche Arbeitsmarkt wandelt sich rasant. Während viele Branchen händeringend nach Fachkräften suchen und ihre Recruiting-Strategien neu überdenken müssen, stellt sich die Frage:

Wie gut sind Anwaltskanzleien auf diese Herausforderungen vorbereitet?

Die Studie „Arbeitgeberkompass: Beste Arbeitgeber Rechtsanwälte 2025“, durchgeführt von SWI Finance im Auftrag des Handelsblatts, liefert Antworten zu den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen der Arbeitswelt.

Über 300 Kanzleien haben an der Umfrage teilgenommen und Einblicke in ihre Recruiting-Strategien, den Umgang mit Fachkräftemangel und die Einführung von KI gegeben.

Recruiting

Anwaltskanzleien nutzen beim Recruiting vor allem bewährte Kanäle:

  • Eigene Website (83%)
  • Jobportale (69%)
  • Soziale Netzwerke (66%), wie LinkedIn

Im Vergleich zu anderen Branchen spielt Social Media jedoch insgesamt eine kleinere Rolle. In der Rechtsbranche ist vor allem der Einsatz von Headhuntern verbreitet – 45% der befragten Kanzleien setzen sie ein.

Um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen, erweitern Kanzleien gezielt ihre Benefits.
Den neuen Anforderungen von Mitarbeitern, wie Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten fühlen sich Kanzleien insgesamt gewappnet. Sie gehören zunehmend zum Standard. Nur 5% der Befragten gaben an, hier Schwierigkeiten zu haben.

Aktuelle Situation

Nur 17 % der befragten Kanzleien berichten von negativen Auswirkungen des Fachkräftemangels auf die Weiterentwicklung. Ein möglicher Grund: Der interne Wettbewerb innerhalb der Branche war schon immer hoch, was viele Kanzleien frühzeitig zu einer stärkeren Arbeitgebermarke und attraktiveren Arbeitsmodellen veranlasst hat.
Rund die Hälfte investiert außerdem gezielt in interne Weiterbildungen, ein gutes Drittel sogar mit steigendem Budget.
Zudem berichten 19% von regelmäßigen Anfragen anderer Kanzleien zu Übernahmen oder Kooperationen- ein Zeichen für die Dynamik des Marktes.

KI-Einführung

Künstliche Intelligenz gilt für viele Kanzleien als ein entscheidender Faktor der Zukunft. 69% schätzen die Bedeutung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit als hoch ein – auch getrieben von der Sorge, den Anschluss zu verpassen.

Dabei wird die Einführung von KI als weniger herausfordernd eingeschätzt als in anderen Branchen. Die größten Hürden liegen aktuell in:

  • Regulatorischen Anforderungen (65%)
  • Technischer Integration (53%)
  • Fehlender fachlicher Kompetenz (51%)
Fazit:

Die Studie zeigt: Während viele Branchen noch um Strategien gegen den Fachkräftemangel ringen, sind Anwaltskanzleien vergleichsweise gut aufgestellt. Sie profitieren von etablierten Recruitingstrukturen, setzen zunehmend auf flexible Arbeitsmodelle und investieren in Weiterbildung. Gleichzeitig sind sie sich der Chancen und Risiken der KI-Transformation bewusst und bereiten sich darauf vor, technologische Entwicklungen aktiv zu gestalten.

Die Online-Veröffentlichung der Studie im Handelsblatt finden Sie unter folgendem Link.
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an den Studienleiter Johannes Higle.

Lesen Sie mehr: