Beste Ausbildungsbetriebe 2026: Unternehmen auf der Suche nach Azubis

Wirtschaftliche Stagnation auf der einen und steigendes Ausbildungsgehalt auf der anderen Seite stellen die Ausbildungsbetriebe weiterhin vor Herausforderungen. Alternativen zur Ausbildung gibt es dabei kaum. Mitarbeitende, die in Rente gehen, müssen ersetzt werden. Der demografische Wandel und der Trend zum Studium erschweren die Suche. Im Rahmen der Studie wurden die teilnehmenden Unternehmen zu ihren Einschätzungen zur aktuellen Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt befragt.

Über die Studie:

Zum fünften Mal hat SWI HR im Auftrag des Handelsblatts die Studie „Arbeitgeberkompass: Beste Ausbildungsbetriebe 2026“ durchgeführt. Im Zeitraum von Mai bis Juli 2026 nahmen mehr als 1.500 Ausbildungsbetriebe daran teil.
Sie konnten dabei ihre Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen in der Ausbildungswelt abgeben. Bewertetet wurden verschiedene Ausbildungsaspekte auf einer Skala von -2 (sehr negativ) bis +2 (sehr positiv), differenziert wurde nach Unternehmensgröße: klein (<100 Mitarbeitende), mittel (100–500), mittelgroß (501–1.000) und groß (>1.000).

Aktuelle Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt:

Qualifikation und sinkende Aufmerksamkeitsspanne

Gefragt nach der Eignung der Bewerber sahen die Unternehmen mehrheitlich einen negativen Trend:

  • Fast die Hälfte der Teilnehmer sahen bei den potenziellen Auszubildenden in den letzten Jahren allgemein eine verringerte Eignung.
  • Besonders deutlich: Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen haben eine deutlich verkürzte Aufmerksamkeitsspanne festgestellt.
  • 54% zeigten sich zudem über den unregulierten Einsatz von generativer KI in der Ausbildung besorgt. Die Unternehmen sahen das Risiko, dass grundlegende Fach- und Denkkompetenzen von Auszubildenden nicht mehr tiefgreifend erlernt werden.

Ausbildung als Reaktion auf den Fachkräftemangel

Auch wenn die Anzahl der Ausbildungsplätze teilweise zurückging, setzen die Unternehmen weiterhin auf diesen Weg, um dem Fachkräftemangel zu begegnen:

  • 77% der Teilnehmer gaben an, dass die Ausbildung weiter an strategischer Bedeutung in ihren Unternehmen gewinnt.
  • Mehr als zwei Drittel sahen in der Ausbildung die Möglichkeit, den Fachkräftemangel mittelfristig zu kompensieren.
  • Grundsätzliche Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Auszubildenden hatten lediglich 20% der teilnehmenden Ausbildungsbetriebe. Insbesondere bei kleinen Unternehmen war der Anteil jedoch erhöht.

Aktuelle Themen:

Die Studie stellte auch Fragen zu aktuellen Trends:

  • Die Ausweitung von Benefits (freiwillige Leistungen über das Gehalt hinaus) war für zwei Drittel der Unternehmen weiterhin wichtig. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das jedoch eine Verringerung.
  • Auf die Frage, ob Unternehmen stark von Nichtantritt der Ausbildung (trotz unterschriebenen Vertrags) betroffen wären („Ghosting“), zeigte sich nur wenig Zustimmung. 79% sahen darin kein Problem.
  • Kein eindeutiger Trend zeigte sich bei der Frage, ob qualifizierte Jugendliche angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung zum Studium schwerer für die Ausbildung zu gewinnen wären. Am häufigsten wurde die mittlere Antwortoption „teilweise“ gewählt (44%).
  • Die am häufigsten genannten Wege, um die Auszubildenden auf sich aufmerksam zu machen, waren weiterhin Messen, Social Media und Schulbesuche.

Fazit:

Trotz wirtschaftlicher Stagnation reduzieren die meisten Ausbildungsbetriebe die Anzahl der Ausbildungsplätze nicht.

Auch weiterhin sehen die Unternehmen in der Ausbildung das Mittel der Wahl und glauben, sich z.B. gegen den Trend zum Studium behaupten zu können. Gerade bei den Ausbildungsberufen gibt es einen bedeutenden Teil, der sich nicht so leicht durch KI ersetzen lässt, sodass wir die Entwicklung in den nächsten Jahren mit Spannung verfolgen.

Ranking:

Der im Handelsblatt zur Studie erschienene Artikel ist hier abrufbar. Darin wird auch das Ranking der „Besten Ausbildungsbetriebe“ dargestellt. Die Einladung zur Teilnahme erfolgte per E-Mail. Der Fragebogen erlaubt es den Unternehmen, ihre eigenen Arbeitsbedingungen und Angebote zu bewerten. Es wurden unterschiedliche Fragetypen (z.B. Anzahl oder Art von Angeboten) mit verschiedenen Frageinhalten in der Studie eingesetzt. Offene Fragen, um individuelle Antworten zu ermöglichen. Geschlossene Fragen, um vergleichbare Daten zu erfassen.

Die Bewertung der Leistungen erfolgte nach ihrer Qualität und Relevanz auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der Score eines Arbeitgebers ergibt sich aus den kumulierten Punkten in den verschiedenen Kategorien. Abgefragt wurde beispielsweise, ob die Unternehmen zusätzliche freiwillige Leistungen anboten. Oder wie die Auszubildenden unterstützt bzw. in den Arbeitsalltag eingebunden werden. Ausgezeichnet wurden Unternehmen, die 70% oder mehr der Maximalpunktzahl erreichten.

Die Inhalte der Studie basieren auf einer qualitativen Analyse. Es wurden Fokusgruppen mit Verantwortlichen aus Personalabteilungen sowie Auszubildenden durchgeführt. Zielsetzung war es festzustellen, welche Inhalte in der Analyse Berücksichtigung finden sollten.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an den Studienleiter Johannes Higle.

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