Zwischen Fachkräftemangel und KI: Der Berliner Arbeitsmarkt im Überblick

Digitalisierung, Fachkräftemangel und Künstliche Intelligenz verändern den Arbeitsmarkt und stellen Unternehmen vor neue Fragen bei Recruiting und Ausbildung. Doch wie schätzen die Arbeitgebenden in Berlin selbst ihre Lage ein?

Die Studie „Berlins Beste: Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe 2026“, durchgeführt von SWI HR im Auftrag des Tagesspiegels, gibt darauf Antworten. Zwischen Mai und Juli 2026 wurden im Rahmen der Studie mehr als 500 Unternehmen zu Ausbildung, Arbeitsbedingungen und aktuellen Entwicklungen befragt.

Ausbildung

Um Auszubildende zu erreichen, setzen die befragten Unternehmen vor allem auf Social Media (48 %) und Messen (32 %). Bei der Frage, ob sich die Eignung und Leistungsbereitschaft der Bewerbenden verschlechtert hat, gehen die Meinungen der Unternehmen auseinander. Einig sind sich viele dagegen bei einem anderen Punkt: 47 % beobachten eine sinkende Aufmerksamkeitsspanne bei Auszubildenden, 22 % widersprechen dem.

Positiv ist: Die Suche nach Auszubildenden bleibt für die meisten Betriebe erfolgreich. Nur 22 % berichten von Schwierigkeiten. Kleine Unternehmen mit weniger als 21 Mitarbeitenden nehmen einen Rückgang der Bewerberzahlen jedoch deutlich stärker wahr als große Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden.

Fachkräftegewinnung

Beim Recruiting von Fachkräften setzen die meisten Unternehmen weiterhin auf dieselben Vorgehensweisen:

  • Unternehmenswebsites (91 %)
  • Job-Portale (87 %)
  • Social Media (71 %), hier vor allem LinkedIn und Instagram

Große Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden nutzen häufiger Messen für ihr Recruiting, während mittlere und kleinere Betriebe seltener darauf zurückgreifen. Auch das Prinzip „Mitarbeitende werben Mitarbeitende“ bleibt eine der wirksamsten Strategien: 71 % der Unternehmen setzen darauf, bei großen Unternehmen sind es sogar 85 %. Persönliche Empfehlungen aus dem eigenen Team schaffen offenbar weiterhin mehr Vertrauen bei Bewerbenden als klassische Stellenanzeigen.

Aktuelle Entwicklungen

Der Fachkräftemangel bleibt präsent, wird aber von einer Mehrheit der teilnehmenden Unternehmen nicht als existenzielle Bedrohung wahrgenommen: Nur etwa ein Viertel der Unternehmen ist besorgt, dass er die wirtschaftliche Weiterentwicklung gefährden könnte. Bei den Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel wird am häufigsten die Weiterqualifizierung bestehender Mitarbeitender (79 %) genannt. Auch die Anpassung von Arbeitsorganisation und -zeiten (53 %) bleibt wichtig.

Wenig überraschend: Künstliche Intelligenz gilt für 82 % der Unternehmen als wichtig für die eigene Zukunftsfähigkeit.

Uneinig sind sich die Unternehmen dagegen beim Standort Berlin selbst. Auf die Frage, ob die Stadt in den letzten zwei Jahren unternehmerfreundlicher geworden ist, widersprechen kleine Unternehmen mit 83 %. Insgesamt liegt der Widerspruch bei 50 %.

Fazit

Die Ergebnisse zeigen: Berliner Unternehmen reagieren auf den Fachkräftemangel vor allem mit Weiterqualifizierung und digitalen Recruiting-Kanälen. Für die eigene Zukunftsfähigkeit sehen sie besonders die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz.

Bei Fragen zur Studie wenden Sie sich gern an den Studienleiter Johannes Higle.
Die vollständigen Ergebnisse sowie Berlins Beste Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe gibt es hier.

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