Baufinanzierung: Kosten ohne Ende? Marktkompass 2022

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Enormer Zinsanstieg, Ukraine-Krieg und Inflation: Die Auswirkungen auf die Baufinanzierung sind deutlich und rücken das Thema in die allgemeine Aufmerksamkeit. SWI Finance hat nun zusammen mit dem Datenspezialisten FMH X die Studie „Marktkompass 2022: Baufinanzierung in Turbulenzen“ zu diesem Thema veröffentlicht. Darin analysieren wir die aktuell turbulente Situation mit einer Online-Befragung (2.000 Teilnehmer). Die Entwicklung in den Jahren 2016-2022 ermöglichen zusätzliche Einblicke in das Verhalten der Kaufinteressierten. Dafür wurden 20.000 Anfragen aus den Baufinanzierungsrechnern von FMH analysiert.


Was passiert am Markt?

2022 sind die Zinsen in nur sechs Monaten auf das Niveau von vor 10 Jahren zurückgesprungen. Statt bei unter 1,00% verharren nun seit Ende Juni bei über 3,00%. Marcus Schad, Geschäftsführer des SWI meint dazu: „Die Notenbanken haben erst mit ihrem Erhöhungszyklus begonnen, was sich direkt auf die Baufizinsen auswirkt. Hier kann bis Ende des Jahres noch ein weiterer Anstieg drohen. Dieser dürfte dann allerdings nicht mehr so heftig ausfallen.“

Die aktuellen Entwicklungen erschweren es vielen Normalverdienern, sich den Traum von der Immobilie zu erfüllen. Baufi-Experte Max Herbst (FMH) sagt dazu: „Die höheren Zinsen und weiter hohen Immobilienpreise werden die Darlehensverträge wieder auf früher übliche Bedingungen verändern: Eine niedrige Tilgung; möglichst 20% Eigenkapital, und Zinsbindungen von 10, max. 15 Jahre. Die Darlehensverträge passen sich den Umständen an. Die Finanzierungen werden zum Teil aufwendiger und erfordern mehr Einsatz.“ Hinzu kommt: Viele Befragte gehen davon aus, dass die Immobilienpreise weiter steigen und sie sich selbst mit hohem Einkommen keine Immobilie mehr leisten können. Das führt zu einer sinkenden Nachfrage. Auf der anderen Seite kommen, u.a. durch den Rohstoffmangel, weniger Neubauten auf den Markt und begrenzen dadurch das Angebot. Insgesamt wirkt sich dies vorerst preisstabilisierend aus.

Was sind die weiteren Ergebnisse der Studie?

Ein Ende des Anstiegs der Immobilienpreise ist in Sicht. Zwar rechnet in der Online-Befragung immer noch ein großer Teil mit steigenden Preisen. In den Anfragen der letzten Monate zeigt sich jedoch bereits ein Absinken der angegebenen Kaufpreise.

In den letzten Jahren ist in den Daten ein klares Muster erkennbar, wie die Interessenten den steigenden Preisen begegnen: Sie fahren das Eigenkapital hoch. Im Durchschnitt von
90.000 Euro in 2016 auf 190.000 Euro in 2022. Schenkungen und Erbschaften werden immer wichtiger: Ein Drittel der Befragten in der Online-Befragung kalkuliert sie mit ein.

Bei den Anfragen nach Baufinanzierungen sind die monatlichen Raten bis vor kurzem noch sehr konstant gewesen. Doch in den letzten Monaten bliebt den Interessenten nichts anderes übrig als monatlich mehr Geld in die Hand zu nehmen. Marcus Schad: „Selbst Käufer mit mittleren Einkommen werden in dieser Situation immer schwerer an eine Immobilie kommen.“

Aktuell sind die Interessenten solide unterwegs und bleiben mit ihren Ratenwünschen unter den Empfehlungen der Experten (ein Drittel des Netto-Einkommens). Und auch bei der Online-Befragung würden 70% mit diesem Wert in die Finanzierung gehen. In der Online-Befragung zeigte sich, dass die Beratung vor Ort für mehr als drei Viertel weiterhin wichtig bleibt. Banken sind hier die erste Anlaufstelle. Aber auch Vermittler kommen für ein Drittel in Frage. Ein Fünftel weiß jedoch gar nicht, was Baufinanzierungsvermittler sind.

Mehr Informationen?

Wenn Sie Fragen oder Interesse an der gesamten Studie haben, kontaktieren Sie uns gern per Mail unter baufinanzierung@swi-schad.de oder presse@fmh.de.

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