Mobile-Banking-Apps: Die Bankfiliale der Zukunft?

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Während das Gros der deutschen Wirtschaft weitgehend stabil durch die Verwerfungen von Finanz- und Eurokrise gesteuert ist, sieht sich die Finanzbranche nach wie vor mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert. Schwindendes Vertrauen, eine schärfere Regulierung des Marktes und das anhaltende Niedrigzinsumfeld haben zahlreiche Institute ins Schlingern gebracht.

Zudem zeichnet sich vor dem Hintergrund einer im zunehmenden Maße digitalisierten Gesellschaft ein weiterer – nicht zu unterschätzender – Paradigmenwechsel ab. Obwohl die Mehrheit der Kunden dem sogenannten Mobile-Banking tendenziell eher kritisch gegenübersteht, wie eine Umfrage des Bankenverbandes ergeben hat, wächst das Angebot entsprechender Applikationen rasant. Die Bereitstellung kundenorientierter Lösungen für mobile Endgeräte wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zu einer der zentralen Säulen fortschrittlicher Multi-Channel-Strategien entwickeln. Ein Umstand, von dem beide Seiten – Kunde wie Bank – profitieren können.

Die Autonomie mobiler Lösungen ist in diesem Zusammenhang ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Die App sollte als eigenständiger Kontaktkanal denselben Leistungsumfang bieten, wie er dem Kunden beispielsweise im Online-Banking zur Verfügung steht. Im Markt hat sich diese Erkenntnis bereits niedergeschlagen. Viele Anbieter gehen mit Ihren Produkten über die bloße Anzeige der Umsätze und einfache Überweisungen hinaus. Nahezu alle Apps erlauben – neben den eigentlichen Banking-Funktionen – einen direkten Zugriff auf Hotlines oder Online-Support sowie die Verwaltung von Terminüberweisungen. Dies ergab eine aktuelle Studie von S.W.I. FINANCE, in deren Rahmen 37 Produkte von 19 unterschiedlichen Anbietern untersucht wurden. Darunter klassische Finanzinstitute, wie zum Beispiel Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank, Postbank oder Targobank, genossenschaftlich organisierte Institute sowie Direktanbieter in Gestalt von 1822direkt, comdirect bank, Cortal Consors, ING-DiBa oder DAB Bank.

Obwohl das Google-Betriebssystem Android auf den meisten mobilen Endgeräten zum Einsatz kommt, waren zahlreiche Apps nur für die Apple-Variante iOS verfügbar. Die Produkte der klassischen Finanzinstitute konnten überwiegend kostenlos heruntergeladen werden. Lediglich bei neun der 37 Apps handelte es sich um kostenpflichtige Produkte wie Banking 4A oder Outbank 2, die zumeist von Drittanbietern bereitgestellt wurden. Tendenziell überzeugten diese Lösungen mit einem – wenn auch nur geringfügig – breiteren Leistungsspektrum. Insbesondere die Möglichkeit mehrere Banken mittels einer App zu verwalten, ermöglichte den Nutzern einen umfassenden Überblick über seine Finanzen zu erhalten. Davon abgesehen bieten zahlreiche Institute kostenlose Lösungen, welche sich hinter den Bezahl-Apps nicht zu verstecken brauchen.

Eine Schwierigkeit, die alle Anbieter gleichermaßen betraf und den Einsatz mobiler Banking-Lösungen erschwert, ist systembedingt: Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken schreiben eine sogenannte Kanaltrennung vor. Um tatsächlich im vollen Umfang mobil aktiv werden zu können, müsste der Kunde seine iTan-Liste oder den Tan-Generator mit sich führen. Einige Drittanbieter umgehen diese Thematik, indem sie die Zusendung von mTan und das Abspeichern von Tan-Listen auf dem mobilen Endgerät ermöglichen. Obwohl diese Anbieter darauf verweisen, dass die Nutzung dieser Funktionen den AGB der Banken widerspricht, bringen sie den Kunden im Schadensfall in eine rechtlich schwierige Situation.

Abgesehen von kleineren Schwächen präsentierten sich zahlreiche Finanzinstitute durchaus auf der Höhe der Zeit. Da ein Kundenverhältnis in diesen Fällen jedoch zumeist eine Voraussetzung die Nutzung der App ist, sind die Programme der Drittanbieter ebenfalls sehr gute Alternativen.

Die rasante Entwicklung des digitalen Angebots und die zunehmende Verknüpfung verschiedener Endgeräte lassen die Entwicklung des mobilen Bankings auch zukünftig als dynamischen Markt entscheiden, dessen Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft sind. Vor diesem Hintergrund wird sich die Entwicklung innovativer Banking-Apps in den kommenden Jahren als zunehmend wichtiges Wettbewerbsfeld etablieren. Überzeugende Lösungen ermöglichen es, den Kunden genau dort abzuholen, wo er sich befindet: Zu Hause, im Büro oder einen halben Globus weit entfernt. Zudem ist der Einsatz ausnehmend effizient, denn jedes digital ausgeführte Bankgeschäft, jede mobile Überweisung und jeder Trade können weitgehend automatisiert bearbeitet werden und damit die Infrastrukturkosten unmittelbar senken.

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