Kompass zur Kundenzufriedenheit

Ein neues Beratungskonzept der Commerzbank soll die Servicequalität verbessern

Filialbanken verlieren zunehmend Kunden an Anbieter aus dem Internet. Direktbanken wie die ING-DiBa, RaboDirect oder die Deutsche Kreditbank (DKB) locken mit hohen Zinsen, unkompliziertem Internetbanking und gutem Service. Möglich wird dies durch eine schlanke Infrastruktur.

Dies bekam auch die Commerzbank deutlich zu spüren. Am 10.8.2012 berichtete „Die Welt“ von schwindenden Einnahmen im Privatkundengeschäft. Im zweiten Quartal 2012 war die Bilanz in der einstigen Kernsparte sogar defizitär. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Rückgang von mehr als 20 Prozent.

Die Commerzbank tritt nun die Flucht nach vorne an. Seit acht Wochen erprobt die Bank ein neues Beratungskonzept, den so genannten „Kundenkompass“. Anhand zahlreicher Fragen sollen die Bedürfnisse des Kunden ermittelt und optimale Angebote entwickelt werden. Im Rahmen einer Kundenumfrage wird anschließend erhoben, ob die Kunden mit der Beratung zufrieden waren. Das Konzept scheint aufzugehen. „Nach zwei Monaten im Einsatz sagen 70 Prozent der entsprechend betreuten Kunden: ja“, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ, 20.8.2012).

Die Experten von S.W.I. FINANCE hingegen bleiben skeptisch. Gerade die Commerzbank hat im Laufe der vergangenen Jahre vieles probiert, aber nur wenig konsequent umgesetzt. Bereits im Jahr 2009 wurde mit großem Aufwand der so genannte „Kundenbeirat“ eingerichtet. Gut neun Monate später folgte die öffentlichkeitswirksame Verkündung der so genannten „Kundencharta“. Bei Verstößen gegen die fünf – sehr allgemein gehaltenen – Grundsätze sollte ein „Kundenanwalt“ zwischen Bank und Kunden vermitteln. Um Charta und Anwalt ist es still geworden. Selbst im Internet findet sich nichts Aktuelles. Im März dieses Jahres wurde der viel gelobte Kundenbeirat von 40 auf 25 Mitglieder zurechtgestutzt. Und nun der Kundenkompass? Das Konzept mag ein Schritt in die richtige Richtung sein, ob er auch zielführend ist, muss sich zeigen.

Gleichwohl sieht S.W.I. FINANCE enormes Potenzial im Privatkundengeschäft traditioneller Filialbanken. Wenn es gelingt, den Wert persönlicher Beratung wieder in den Mittelpunkt der Kompetenz zu stellen, können Filialbanken der Konkurrenz aus dem Internet standhalten. Dies setzt jedoch einen nachhaltigen Wandel der Unternehmenskultur voraus, der nicht über Nacht zu erreichen ist. Vom Kundenberater bis hin zum Filialleiter muss ein echtes Bewusstsein für die Lebenswelt des Kunden, seine Wünsche, Sorgen und Nöte geschaffen werden. Sonst verkommt Kundenorientierung – wie so oft – zu einer Worthülse.

Fans im Fokus

Wege zur Professionalisierung der Facebook-Kommunikation deutscher Banken.

Zum Auftakt der Studienreihe „DAS MOBILISIERUNGSMUSTER – effiziente Unternehmenskommunikation auf Facebook“ erscheint unter dem Titel „Fans im Fokus“ die erste von insgesamt fünf Studien. Im Rahmen dessen analysierte S.W.I. FINANCE im Monat Juni 2012 die Pinnwand-Aktivitäten von 19 Filial- und Direktbanken. Ziel der Studie war es die Kommunikationsmuster deutscher Banken darzustellen, die Wirkung der Kommunikation zu untersuchen und Gütekriterien aufzuzeigen.
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Solvency II offenbart Defizite in der Kundenkommunikation

Mit der Solvency II-Richtlinie beschloss die Europäische Union 2009 eines der wichtigsten Projekte im Bereich der Versicherungsaufsicht. Ziel ist eine einheitliche europäische Regelung, die den Schutz der Versicherten stärkt und einen gemeinsamen Wettbewerbsstandard im Versicherungssektor definiert. Zentrale Vorgaben betreffen die Kapital- und Eigenmittelanforderungen, die Bewertung von Vermögen und Verbindlichkeiten, aber auch Veröffentlichungs- und Berichtspflichten gegenüber der Öffentlichkeit. Derzeit befindet sich die Richtlinie in der Umsetzung. Geplanter Start ist der 1. Januar 2014.
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Ankündigung: Das Mobilisierungsmuster

Neue Studienreihe zur effizienten Unternehmenskommunikation auf Facebook.

Offiziellen Zahlen zu Folge verzeichnete Facebook im März 2012 mehr als 900 Millionen Mitglieder; 22 Millionen alleine in Deutschland. Etwa 526 Millionen Nutzer fütterten das Netzwerk täglich mit bis zu 300 Millionen Bildern, schufen Inhalte und pflegten 125 Milliarden Freundschaften. In dieser virtuellen Welt entscheiden „Likes“ und „Comments“ über Gunst und Missgunst der Community; mehr als 3 Milliarden Mal am Tag. Es ist nicht zu leugnen: Facebook hat die Art unserer Kommunikation verändert.
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Social Media: Mit der Pferdekutsche auf der Autobahn

Segen oder Fluch für die Banken? – kein Wandel ohne die dazugehörige Unternehmenskultur.

Das wachsende Imageproblem der Finanzbranche war bereits im Rahmen der S.W.I. FINANCE-Studie „Beliebtesten Bank 2012″ deutlich geworden. Hierbei hatten die getesteten Unternehmen große Schwächen beim Beschwerdemanagement bewiesen. Nur 12% der Kunden waren mit der Reaktion auf Ihre Beschwerde zufrieden. Oder anders ausgedrückt: 88% der Beschwerden hinterließen bei den Kunden einen negativen Eindruck. Wertschätzung? Fehlanzeige!
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