Das Gesundheitswesen steht unter Druck: Steigende Patientenzahlen treffen auf den Fachkräftemangel. Gleichzeitig eröffnen Künstliche Intelligenz und digitale Technologien neue Möglichkeiten, die Arbeitsbedingungen in Zukunft verbessern können, z.B. durch Automatisierung administrativer Aufgaben.
Doch wie geht das Gesundheitswesen mit diesen Herausforderungen um?
Für die Studie „Arbeitgeberkompass: Beste Arbeitgeber im Gesundheitswesen“ im Auftrag der Wirtschaftswoche befragte SWI HR mehr als 250 Einrichtungen, z.B. aus den Bereichen der Klinik, MVZ, Praxis, Pflege- und Seniorenheime sowie Klinik-Service-Unternehmen zu aktuellen Strategien und zukünftigen Entwicklungen.
Recruiting im Wandel
Zwei Drittel der befragten Einrichtungen verzeichnen einen Anstieg ihrer Mitarbeitendenzahl in den letzten 12 Monaten. Das verdeutlicht die zunehmende Bedeutung der Personalsuche. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den Recruiting-Strategien:
Die wichtigsten Recruitingkanäle sind vor allem die Unternehmenswebsite (89%), etablierte Job-Portale (79%) und Social-Media-Kanäle (74%), davon nutzen 66% Instagram und 47% LinkedIn. Auch Mitarbeitende-werben-Mitarbeitende-Programme werden bei 71% eingesetzt. Um den Bewerbungsprozess möglichst einfach zu halten, verzichten mittlerweile drei Viertel der Teilnehmenden auf individuelle Anschreiben. Die Bewerbungshürden bleiben so gering.
Aktuelle Situation:
Die Einschätzung des Fachkräftemangels fällt unterschiedlich aus: Während 35 % der Befragten den Fachkräftemangel als Bedrohung für die Weiterentwicklung wahrnehmen, widersprechen 38 % dieser Einschätzung. Diese Spaltung zeigt, dass die Auswirkungen je nach Einrichtung, Region und Fachbereich sehr unterschiedlich ausfallen. Die am häufigsten genannte Maßnahme gegen den Fachkräftemangel ist die Weiterqualifizierung der eigenen Mitarbeiter sowie die Anpassung der Arbeitsorganisation und -zeiten an die Bedürfnisse der Mitarbeitenden.
Interessante Erkenntnis: Bei 53 Prozent der Befragten wandeln sich die gewohnten Rollenbilder in der Pflege. Mitarbeitende wollen mehr Eigenverantwortung übernehmen und sich weiterentwickeln.
Künstliche Intelligenz
Die Einschätzung von KI fällt deutlich aus: 79% sehen den Einsatz von KI als eine wichtige Maßnahme für die Zukunftsfähigkeit. Bei der Umsetzung gehen die Meinungen auseinander: 38% erleben Herausforderungen bei der Einführung und Nutzung von KI, ebenso viele erleben bislang keine Schwierigkeiten.
Fazit
Die Studie zeigt: Arbeitgeber im Gesundheitswesen reagieren auf den Fachkräftemangel mit einem Mix aus digitalen Recruiting-Kanälen, Weiterqualifizierung der eigenen Mitarbeitenden und flexibleren Arbeitsmodellen. Während die große Mehrheit Künstliche Intelligenz als wichtig für die Zukunft einsehen, stehen viele bei der Umsetzung noch am Anfang.
Die Online-Veröffentlichung der Studie im Handelsblatt finden Sie unter folgendem Link.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an den Studienleiter Johannes Higle.

