Studie: Girokonten für Kinder & junge Erwachsene

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Obwohl der Bankenwechsel immer einfacher wird, wechseln immer noch wenige Menschen die Bankverbindung. Kein Wunder also, dass Banken versuchen ihre Kunden schon im jungen Alter zu gewinnen. Dazu locken sie mit besonders attraktiven Konditionen. Doch wer hat die besten Angebote für Schüler und junge Erwachsene? Im Auftrag von Euro am Sonntag haben wir nachgeforscht.


Deutschland ist und bleibt ein Land der Sparer. Der Umgang mit Geld sollte daher schon früh geübt werden. Der Gesetzgeber scheint ähnlicher Auffassung zu sein, denn ab dem 7. Lebensjahr sind Kinder schon beschränkt geschäftsfähig. So können diese schon in jüngsten Jahren – unter elterlicher Aufsicht natürlich – ein Girokonto auf Guthabenbasis bei einer Bank nutzen.

Auch wenn nicht jeder so früh startet – spätestens mit dem 18. Geburtstag ist meist ein Konto vorhanden. Irgendwann auf dem Weg in die Vollmündigkeit hat sich eine Bank also den jungen Kunden gesichert. Diese geschieht oft auf dem gleichen Wege – über ein Girokonto.

So meint auch Studienleiter Johannes Higle: „Die Institute beginnen bereits über das Girokonto, junge Kunden an sich zu binden“. Als die Zinsen noch hoch waren und Bargeld fast das alleinige Zahlungsmittel darstellte, waren es die Sparbücher und -konten, die als Türöffner fungierten. Heute sind die Zinsen niedrig und das Girokonto mit elektronischer Bankkarte ist zum wichtigen Einstiegsprodukt geworden.

Was zeichnet ein gutes Konto aus?

Vor allem für Schüler-Girokonten ist eine kostenlose Kontoführung üblich. Guthabenzinsen, wie früher auf den Sparkonten, sind eher selten – aber es gibt sie noch. Soll das Kind die Möglichkeit haben, eigenständig Geld abzuheben, dann ist ein engmaschiges Netz kostenfreier Geldautomaten ein großes Plus.

Doch nicht nur die Kontoleerung, sondern auch das Einzahlen sollte kostenlos sein. Schließlich müssen das Taschengeld und die Geldgeschenke der Verwandten (meist bar) auf das Konto des Kindes wandern.

Auch die Möglichkeit mit Google- und ApplePay zu zahlen wird dabei immer wichtiger für die Generation Smartphone. Dies ist jedoch in der Regel erst ab dem 16. Lebensjahr möglich.

Für Auszubildenden und Studierenden sind dieselben Kriterien von Belang. Hinzu kommen bei den jungen Erwachsenen aber noch ein ansprechendes Angebot für mobiles Banking sowie eine günstige Geldversorgung im Ausland.

Aufbau der Studie

Die Einordnung von Kosten und Leistungen der Konten erfolgte über eine Vielzahl an relevanten Kriterien. Jedes Kriterium wurde dabei auf einer Skala zwischen 0 und 100 bewertet. Um den unterschiedlichen Ansprüchen von Schülern und Auszubildenden/Studierenden gerecht zu werden, flossen die bewerteten Kriterien von Kosten und Leistungen für beide Altersgruppen im jeweils angepassten Verhältnis in die Gesamtwertung ein.

Einen Dispokredit können beispielsweise erst volljährige Bankkunden nutzen. Bei beiden Gruppen bestand das Ergebnis am Ende zu 70% aus kostenbezogenen und zu 30% leistungsbezogenen Kriterien.

Untersucht wurden führenden Regionalbanken in den zehn größten Städten Deutschlands sowie die großen überregionalen Anbieter (mit und ohne Filialen) mit einem Angebot für Schüler bzw. Auszubildene oder Studierende. In die Auswertung gingen im Oktober 2020 die Angebote von 44 Banken ein. Bot eine Bank mehr als ein passendes Modell an, wurde nur das Punktbeste dargestellt.

Die Ergebnisse

Für beide Altersgruppen gab es insgesamt viele sehr gute Angebote für Girokonten. Es scheint als wäre der Anreiz, jungen Kunden attraktive Pakete anzubieten, hoch genug. Und das unabhängig davon, ob es sich um eine Direkt- oder Filialbank handelte bzw. ob die Bank ihr Geschäft überregional betreibt oder regional verwurzelt ist.

Die sehr guten Girokonten zeichneten sich durch eine kostenlose Kontoführung und kostenfreie Karten aus. Die allerbesten Konten hoben sich durch zusätzliche finanzielle Boni ab.

So bot die Hamburger Volksbank Guthabenzinsen von 3,0% an, die PSD Banken Berlin-Brandenburg und Nord jeweils 2,0%. Diese in der heutigen Zeit sehr anziehenden Prozentsätze haben jedoch den Haken, nur bis zu einem gewissen Maximalbetrag gezahlt zu werden. Besonders großzügig war hierbei die PSD Bank Berlin-Brandenburg mit einem oberen Limit von 2.500 Euro Kontovolumen bis zu einem Altern von 25 Jahren.

Dank dieser hohen Grenze, den kostenfreien Karten und einem umfangreichen Geldautomatennetz (BankCard ServiceNetz mit mehr als 18.000 Automaten) erreichte die PSD Bank für die Gruppe der Schüler die höchste Punktzahl. In derselben Gruppe stach die HypoVereinsbank bei den überregionalen Filialbanken heraus, während die comdirect die Lorbeeren der besten Direktbank einheimste.

Bei den Konten für Auszubildende und Studierende lag die Berliner Volksbank vorn. Diese zahlt einen Zins von 1,25% sogar bis zum 30. Geburtstag (bis 1.250 Euro Guthaben). Allerdings nur, wenn der Kunde Genossenschafts-Mitglied ist, sonst ist mit dem Erreichen der Volljährigkeit Schluss. Weitere Vorteile waren die kostenfreie Kontoführung, ohne dass ein Nachweis für z.B. Ausbildung oder Studium notwendig ist, und das kostenlose Abheben von Bargeld im Ausland. Für diese Gruppe erreichte die ING unter den Direktbanken das beste Ergebnis, die Commerzbank bei den überregionalen Filialbanken.

Falls Sie Interesse an weiteren Details unserer Studie haben, kontaktieren Sie gerne den Studienleiter Johannes Higle per Mail an johannes.higle@swi-finance.com. Die vollständige Dokumentation ist für eine Schutzgebühr in Höhe von 350,00 Euro (zzgl. Mwst.) erhältlich.

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