Trendradar von SWI entschlüsselt App-Strategien von Finanzinstituten

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Während Updates für User von Banking-Apps meist eher ein notwendiges Übel sind, sind sie für Experten ein Indikator für Marketingstrategien und Megatrends in der Finanzbranche. Das haben wir von SWI Finance zum Anlass genommen, in einer aktuellen Studie die App-Updates relevanter Finanzinstitute zu analysieren. Und wir sind zu spannenden Ergebnissen gekommen.

War das Banking Business lange Zeit ein stabiles Business, so befindet sich die Finanzbranche aktuell im Umbruch. Neobanken graben am Kerngeschäft der etablierten Institute und bieten einfach zugängliche und App-basierte Kontonutzung. Das bringt den Markt in Bewegung und zwing im Gegenzug alle Institute zu immer kürzer werdenden Innovationszyklen. Nichts symbolisiert diese Tendenzen besser als die Updates der Banking-Apps. Denn hier lassen sich die App-Strategien der Finanzinstitute wunderbar ablesen. Grund genug für uns, im Rahmen einer ausführlichen Studie über den Zeitraum von fast zwei Jahren 322 Updates von 11 Instituten auszuwerten. Analysiert wurden Bunq, Comdirect, Consorsbank, Deutsche Bank, DKB, ING, N26, Postbank, Revolut, Sparkassen und Tomorrow. Und um weiterhin Einblicke in die App-Strategien zu haben – und weil es tatsächlich nicht nur spannend, sondern auch sehr aufschlussreich ist –, analysieren wir natürlich auch weiterhin die Updates der Finanzinstitute.

Wenig überraschend: Die Neobanken versorgen  ihre User häufiger mit Updates als die etablierten Institute. Und auch inhaltlich gibt es hier unterschiedliche Schwerpunkte bei der App-Entwicklung. Wir haben sechs zentrale Strategietrends identifiziert und analysiert, welches Instituts welchen davon mit welcher Intensität verfolgt:

  • Personalization: Die App kann genauer an die spezifischen Wünsche des Kunden angepasst werden.
  • Customer Effort: Dem Kunden werden Denk- oder Arbeitsschritte erspart.
  • Analytics: Dem Kunden werden weitere Analyse-, Filter- und Übersichtsfunktionen ermöglicht.
  • Corporate Social Responsibility: Updates und Funktionen, die soziale Verantwortung kommunizieren.
  • Engagement: Funktionen, die den Kunden einbinden und zu einer Anschlusshandlung anregen sollen.
  • Cross-Selling: Zusatzleistungen und andere Angebote, die über die Kernfunktionen hinausgehen.
Branchenweiter Strategiemix
Erste spannende Erkenntnisse aus der App-Update-Analyse

Tatsächlich dient fast ein Drittel alles Updates der Verringerung des Customer Efforts, also des Aufwands, den die Kunden mit der App haben. „Insgesamt fällt auf, dass das Potenzial verhaltensökonomischer Aspekte in den App-Entwicklungen bei weitem nicht ausgeschöpft wird“, bewertet der SWI Geschäftsführer, Marcus Schad, die aktuelle Situation. Kunden sind nämlich erst dann bereit, Zeit mit ihrer App zu verbringen, wenn diese ihnen einen echten Mehrwert bietet. Das zeigen die Anpassungen der Apps im Bereich Personalization und Analytics. Manche Apps nutzen sogar Social Media-Elemente, wie Freundschaftsanfragen oder nutzen den Trend der Gamification, etwa wenn ihre Kunden Trophäen für die Nutzung der App sammeln können.

Und dass das Bankgeschäft auch nicht gerade leichter wird, zeigen die Bemühungen der Institute, auf den Apps Cross-Selling zu betreiben, also den Kunden auch andere Produkte wie Versicherungen oder Rabattangebote von Drittanbietern oder sogar Reisebuchungen anzubieten.

Unsere Studie kommt unter anderem zu der Erkenntnis, dass die Apps nicht nur Trends bei der App-Nutzung, sondern tatsächliche Tendenzen in der Banking-Welt abbilden. Wir werden die Analyse auch weiterhin fortsetzen. Die Auswertungen für Q3/2022 sind bereits im Gange.

Mehr dazu können Sie bei unseren Partnern vom IT-Finanzmagazin lesen. Natürlich ist die komplette und ausführliche Studie „App-Trendradar“ gegen eine Schutzgebühr von 480,00 € (netto) auch direkt bei uns erhältlich. Senden Sie uns einfach eine Mail an appradar@swi-finance.com.

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