Solvency II offenbart Defizite in der Kundenkommunikation

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Mit der Solvency II-Richtlinie beschloss die Europäische Union 2009 eines der wichtigsten Projekte im Bereich der Versicherungsaufsicht. Ziel ist eine einheitliche europäische Regelung, die den Schutz der Versicherten stärkt und einen gemeinsamen Wettbewerbsstandard im Versicherungssektor definiert. Zentrale Vorgaben betreffen die Kapital- und Eigenmittelanforderungen, die Bewertung von Vermögen und Verbindlichkeiten, aber auch Veröffentlichungs- und Berichtspflichten gegenüber der Öffentlichkeit. Derzeit befindet sich die Richtlinie in der Umsetzung. Geplanter Start ist der 1. Januar 2014.

Verbraucheranfragen, die S.W.I. FINANCE zu Solvency II an die großen deutschen Direktversicherer gerichtet hatte, offenbarten unklare Kompetenzzuweisungen und unprofessionelle Kundenkommunikation. Drei von sechs Versicherern ignorierten die Anfrage und sendeten lediglich Rendite- und Überschussaufschlüsselungen der vergangenen Jahre (CosmosDirekt, ERGO Direkt, HUK24). Zwei Versicherer teilten in sehr knappen Sätzen mit, dass derzeit keine Information zu Solvency II gegeben werden könne. Bei Asstel wurde die Anfrage gar als „Horrorfrage“ klassifiziert. S.W.I.-Versicherungsexperte Dr. Heiko Fürst sieht in den Ergebnissen ein Anzeichen dafür, dass in den Postkörben der Versicherer Anfragen nicht optimal sortiert werden. Im optimalen Fall nutzen Unternehmen die Chance, eine überzeugende Vorteilsargumentation für das eigene Unternehmen abzubilden. Wo diese Argumente noch nicht entwickelt sind, so Fürst, sollten Mitarbeiter aber in der Lage sein, Anfragen an die richtigen Stellen weiterzugeben statt sie zum Nachteil des Unternehmens zu beantworten.

Kontakt:
Dr. Heiko Fürst

Tel. +49 (0)40 – 411 169 – 23
heiko.fuerst@swi-schad.de

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