Warum man sich das Sparen sparen kann

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Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im März um 1,40 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Zwar sinkt die Höhe der Inflationsrate im Vergleich zu den letzten Monaten des Jahres 2012, doch die Sparer verlieren aufgrund niedriger Sparzinsen weiterhin Geld.

Bei Tagesgeldanlagen, die sich vor allem wegen ihrer Flexibilität einer hohen Beliebtheit bei deutschen Anlegern erfreuen, reicht die Verzinsung der meisten Angebote bei weitem nicht mehr aus, um die Inflation zu kompensieren. Weniger als zehn Prozent von über 140 analysierten Tagesgeldanbietern boten im März 2013 einen Zins, der über der Inflationsrate lag. „Der Unterschied zwischen den Angeboten ist erheblich. Vor allem Sparda-Banken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken lagen bei unserer Analyse im Durchschnitt mehr als einen Prozentpunkt unter der Inflationsrate.“ sagte Marcus Schad, Geschäftsführer von S.W.I. FINANCE. Aber selbst führende Anbieter, wie beispielsweise RaboDirect, haben ihren Zins 2013 von 2,05 % Anfang Januar auf 1,65 % Ende April gesenkt.

Die Zinshöhe von Geldanlagen in Deutschland wird hauptsächlich von einer Kennzahl gesteuert: dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser legt fest, zu welchen Kosten Banken sich bei der EZB Geld leihen können. Steigen die Leitzinsen, passen Banken die Zinsen, beispielsweise für Sparanlagen oder Dispo- und Immobilienkredite, nach oben an – sinken die Leitzinsen, senken die Banken diese. Seit dem 5. Juli 2012 liegt der EZB-Leitzins bei 0,75 Prozent. Die weiterhin schwachen Konjunkturdaten in der Euro-Zone erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass EZB-Präsident Mario Draghi auf einem der kommenden Treffen des EZB-Rates den Leitzins für die europäischen Banken weiter senken und sich somit auch der Zinstrend weiter verschärfen wird.

Unsere Prognose:
Auch wenn konkrete Vorhersagen schwierig sind und viele, teils spontane Marktentwicklungen das Zinsniveau beeinflussen können, wird die Niedrigzinsphase von Sparanlagen auch im weiteren Jahresverlauf andauern. Die wirtschaftlichen Probleme einiger EU-Länder, insbesondere im Süden Europas, werden wohl zumindest für ein Verharren auf niedrigem Niveau sorgen. Sollte der EZB-Zins weiter abgesenkt werden, wird die Talsohle für Anlagezinsen sicherlich noch nicht durchschritten sein – erste Anbieter haben für Mai schon eine Zinssenkung angekündigt.

„Anleger müssen informiert sein, die Tagesgeldentwicklung stets im Blick haben und schauen, welcher Anbieter über einen längeren Zeitraum verlässlich hohe Zinsen gewährleistet. Vor einem Wechsel gilt es, das Kleingedruckte genau zu studieren und sich nicht von jeder befristeten Aktion locken zu lassen.“ empfiehlt Marcus Schad. In der aktuellen Niedrigzinsphase sollten Bankkunden prüfen, ob gegebenenfalls vorhandene Kredit nicht eher getilgt werden können. „Aktuell ist das Schuldentilgen das bessere Sparen.“ so Schad.

Für weitere Informationen steht Ihnen nachfolgend ein Factsheet zum Download bereit: Finanzatlas Tagesgeld. Falls Sie Interesse an einer regelmäßigen Zusendung des Finanzatlas Tagesgeld haben, klicken Sie bitte hier für weitere Informationen.

S.W.I.FINANCE hat im Rahmen einer aktuellen Erhebung untersucht wie es im ersten Quartal 2013 um die Sparzinsen der Tagesgelder von über 140 Anbietern bestellt war. Neben regional und überregional aktiven Filial- und Direktbanken wurden dabei auch Institute untersucht, die ihr Produktportfolio auf Sparprodukte ausgerichtet haben.

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